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Schwerhörig...

Schon etwas her, aber naja.


Erster Akt.

Telefon klingelt. Ich gehe dran. Melde mich: „Möbelgeschäft blabla, Nachname, Grüß Gott was kann ich für sie tun?“
Vom anderen Ende kommt ein herrisches: „Ist da das Möbelgeschäft blabla?!“
Ich: „Ja sie sind richtig!“
Ältere Dame: „Hallo?“
Ich: „Ähm ja?“
Ältere Dame: „Hallo?“
Ich etwas lauter: „Ja!“
Ältere Dame: „Ich dachte schon sie haben aufgelegt. Um es gleich zu sagen, ich bin schwerhörig, also müssen sie laut, deutlich, langsam und in klaren Sätzen mit mir sprechen!“
Okay in Ordnung das kriege ich hin.
Ich: „Ja das tue ich. Wie kann ich ihnen helfen?“
Ältere Dame: „Ich brauche eine Matratze, aber um es gleich zu sagen, ich habe eine Kaltschaummatratze und die vertrage ich irgendwie nicht, wenn ich auf ihr liege zieht es in meinen Knochen.“
Hmm, okay.
Ältere Dame: „Und was gibt es sonst noch für Matratzen?“
Ich: „Also da gäbe es noch Federkern und Latex.“
Ältere Dame: „Was?“
Ich: „Ich sagte es gibt da noch Federkern und Latex.“
Ältere Dame: „Federkern ist nichts, da bohren sich nach der Zeit die Federn durch und stechen mich.“
Ich: „Das ist erst nach einigen Jahren so, dann muss die Matratze sowieso erneuert werden.“
Mich ignorierend.
Ältere Dame: „Und ansonsten gibt es nichts anderes?“
Ich: „Also da gibt es noch Latex.“
„Ältere Dame: Sonst gibt es nichts bei ihnen? Sie haben ja nicht viel Auswahl!“
Naja extra eine Matratze herstellen für die Dame kann ich ja auch nicht.
Ich: „Die Auswahl bei uns ist schon groß, es gibt ja in den einzelnen Bereichen unterschiedliche Ausführungen. In einem anderen Geschäft werden sie auch nichts anderes finden.“
Ältere Dame: „Nein, das ist alles nichts für mich!“
Na schön!
Ältere Dame: „Auf Wiederhören!“
Ich: „Auf Wiederhören....“


Zweiter Akt.

Nach einiger Zeit klingelt wieder das Telefon. Ich gehe dran.
Ich: „Möbelgeschäft blabla, Nachname, Grüß Gott wie kann ich ihnen weiterhelfen?“ Ältere Dame: „Ist da das Möbelgeschäft blabla?!“
Oh nein, die Stimme kenn ich doch.
Ich: „Ja sie sind richtig.“
Ältere Dame: „Ich habe vor einiger Zeit schon mit jemanden von ihnen gesprochen.“ Ich: „Ja das war ich.“
Ältere Dame: „Haben sie auch Latex Matratzen?“
Ich: „Ja haben wir, aber leider keine so große Auswahl, nur noch Restposten.“
Ältere Dame: „Wieviel kostet die günstigste?“
Ich: „Die günstigste kostet 80 Euro.“
Ältere Dame: „8 Euro?“
Ich: „Nein 80.“
Ältere Dame: „18 Euro?“
Ich: „80!“
Ich immer lauter werdend damit die gute Dame mich vielleicht irgendwann versteht. Mein Kollege der vorbeiläuft wirft mir schon einen fragenden Blick zu und grinst. Ältere Dame: „Wieviel hat die vorher gekostet?“
Ich: „150 Euro.“
Ältere Dame: „10 Euro?“
Ich: „150!“
Ältere Dame: „Ahja das war ja nicht teuer. Und wieviel kostet die nächste?“
Ich: „Die kostet dann 100 Euro.“
Ältere Dame: „Wieviel? 50 Euro?!“
Ich: „100!“
Ältere Dame: „Aus was besteht Latex denn, von dem Zeug vom Gummibaum oder synthetisches Zeug?“
Ich: „Also Latex ist nicht rein natürlich, sondern hauptsächlich synthetisch.“
Ältere Dame: „Was ist mit natürlich?“
Währenddessen stehen schon etliche Leute an der Kasse und lachen sich ins Fäustchen.
Ältere Dame: „Also es hilft alles nichts sie müssen mir jetzt bitte buchstabieren was sie sagen!“
Ich frage mich jetzt ob mich da jemand veralbern will, doch leider schwant mir das es kein Scherz ist. Ich sehe mich schon hier stehen und einzelne Buchstaben durch die Gegend schreien. Etwa so: „R“. „Was?“ „Rrrrrrrrrrrr!!!“
Ältere Dame: „Es tut mir leid, doch hier sind noch andere Kunden die auf mich warten, ich habe keine Zeit mehr.“
Ältere Dame: „Was ist mit Zeit, ich sagte doch sie sollen buchstabieren!“
Ich: „Ich muss das Gespräch leider beenden, da ich Kunden bedienen muss!“
Klick. Die Anruferin hat anscheinend beleidigt aufgelegt.
An dem restlichen Tag hatte ich eine Telefonphobie und mein Kollege musste an den Apparat wenn es klingelte. Bloß leider hatte er das Glück das sie nicht mehr anrief.

Carina am 16.2.09 21:38


Lieblingskunde - die 2te

 Heute gab es wieder eine interessante Sichtung. Nein, kein UFO (unindentifizierbares Flugobjekt). Viel besser. Erneut durften wir einen Blick auf Mr. Big werfen. Also eher ein HBI (harmloser betrunkener Irrer). Ob das aber ein Fall für das FBI ist, ist fraglich. Um ca. 15.18 Uhr betrat (oder vielleicht wurde er auch gebeamt, ist man danach nicht immer ein bisschen verwirrt?) er den Laden und beschäftigte mich und meinen Kollegen ganze zweieinhalb Stunden lang (mit kurzen-viel zu kurzen Unterbrechungen). So weiß ich jetzt zum Beispiel wirklich toll über sein Privatleben Bescheid. Wer wollte nicht schon immer wissen wie HBI´s leben? Was ihr wollt mehr wissen? Na gut wenn ihr euch sicher seid. Also zum Beispiel hat Mr. Big kein WC daheim. So stellt er sich abends bevor er ins Bett geht seinen Wecker, der ihn alle zwei Stunden weckt, damit er in eine Flasche pinkeln kann (ich dachte immer man wacht auf, wenn die Blase drückt). Und dann muss man wissen, das man dafür nicht betrunken sein sollte, denn sonst wird das Laken gelblich (nicht erfunden, hat das HBI erzählt). Dann hat er vor eine Kneipe aufzumachen. Mit echter Hausmannskost. Dazu bräuchte er aber Mädels, wie meine Kollegin und mich, die tüchtig sind (danke, würg). Dann wollte er wegen irgendetwas seinen Sohn erreichen und wollte von uns aus mit seiner Schwiegertochter telefonieren, die ihm die Handynummer geben sollte. Er redet also mit ihr und bricht einen Streit vom Zaun. Ging irgendwie um Geld und eine alte Fehde. Auf jeden Fall schrie er so laut im ganzen Laden herum das die ganzen anderen Kunden schon komisch geguckt haben. Wenigstens habe ich jede Menge mitleidige Blicke gesammelt. Egal, angeblich weiß sie die Handynummer von ihrem Mann nicht. Er regt sich darüber auf, aber hat keine Chance (mir ist ganz klar, warum sie die Nummer nicht wusste/wissen wollte und nein das ist nicht irgendwie traurig alles). Seinen Sohn nennt er übrigens Herby. Zwischendurch versteht man die Hälfte von dem Gerede gar nicht, worüber man mehr als froh ist, wenn man zum Beispiel das Wort Sex vernimmt. Und dann immer dieses echt sexy Augenzwinkern, das er einem entgegenwirft. Wirklich "umwerfend" der Gute. Abgerundet wird es durch einen Tanz. Er tritt einem zu nahe, man selber tritt unauffällig einen Schritt zurück und dann wieder von vorne. So bleibt man auf Trab. Ab und zu versucht man zu fliehen. Er redet und redet und man geht einfach weg (nein! das ist nicht gemein, man weiß sich nur nicht mehr anders zu helfen. wo ist eigentlich das FBI, wenn man es braucht?). Aber da man ja die Arbeit nicht einfach verlassen kann, hängt er bald wieder an einem dran (hey ich hab gereimt :-)). Tja, das wars von Mr.Big zumindest bis zum (höchstwahrscheinlich) nächsten Mal.
Carina am 16.2.09 20:19


Mein Lieblingskunde

Meinen ersten Eintrag widme ich meinem Lieblingskunden. Ersteinmal stelle ich Mr. Big vor. Er ist ca. 60-65 Jahre, ca. 165cm groß,  "sehr sehr gut gebaut". Hat graue kurze Haare,Augenfarbe ? (sehe eingentlich nur noch Rot) einen Bartansatz., ungepflegt (Essen + Schweiß-geruch inklusive) und seit ein paar Wochen merkt man richtig das er sich nur von Alkohol ernährt. Kennengelernt haben wir uns vor gut 2 Monaten seitdem schaut er mindestens einmal pro Woche vorbei. Meine Kollegen haben es gut. Die eine wurde missachtet (hat sich mittlerweile geändert) die nächste angeschrien. Leider habe ich den Glücksgriff gezogen, mich baggert er die ganze Zeit an. Jedesmal wenn er dann kommt und ich merke es rechtzeitig dann verschwinde ich schleunigst! Meine Kollegin wollte auch nicht mit dem Herrn allein sein, und ließ mich nicht aus dem Kassenbereich. Nachdem ich die Schnauze langsam wirklich von dem Herrn voll habe, bin ich als Sie mal nicht aufpasste, an ihr vorbei ins Lager gekrabbelt. Ja Sie lesen richtig "gekrabbelt"! Glauben Sie mir, wenn Sie von solch einer Person die stinkt,lallt, sie auch noch anbaggert und sie versucht anzulangen. Dann nehmen sie jede Fluchtmöglichkeit wahr. Erst letzte Woche hat Mr. Big es wieder mal geschafft sich anzuschleichen, so das ich es nicht gemerkt habe. Dann durfte ich mir Folgendes anhören: Er erzählt mir von seiner Freundin, ja unglaublich aber wahr er hat eine. Wie sie ihre Sonntage zusammen verbringen. Das er sie zwischenzeitlich an den Bezirksrambo verloren hatte. Wo ich ihm dann ganz kühl zur Antwort gab "Das kann ich mir aber gar nicht vorstellen wie sie, sie verlassen konnte!" Das er ja auch nicht treu ist....  Zu guter Letzt wurden ich und meine Mitstreiterin zur Einweihungsparty bei ihm daheim eingeladen. Getränke müssen wir zahlen, selbstverständlich.
Kerstin am 15.2.09 09:22


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